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Bischof Scheuer besucht mit Jugendlichen die Talitha Kumi Schule in Beit Jala

Im Rahmen der diözesanen Israelreise hat Bischof Manfred Scheuer gemeinsam mit 50 jugendlichen Pilgern die Talitha Kumi Schule in Beit Jala besucht.

"Mir blieb der Mund offen, als die erste Schülerin Deutsch zu sprechen begann. Die Schüler hier sprechen gleich gut Deutsch wie wir und machen sogar die deutsche Zentralmatura," erzählen die jungen Reiseteilnehmer nach ihrer Rückkehr in der Schule in Beit Jala. Die Schule in Beit Jala wurde 1851 von evangelischen Diakonissinen aus Deutschland gegründet. Ziel der damaligen Schulgründung  war das Empowerment junger Frauen, indem Mädchen durch Bildung der Weg in die Berufswelt gebahnt wurde. Talitha Kumi bedeutet in Anlehnung an Mk 5,4 übersetzt "Mädchen steh auf".  Direktor Rolf Lindemann empfing am Montag Bischof Scheuer, Dekanantsjugendseelsorger Roland Buemberger und die Jungen Tiroler Pilger.

Bischof Manfred Scheuer zeigte sich beeindruckt vom regen Austausch an Lebens- und Alltagserfahrung den die jungen Palästinenser und Tiroler pflegten. "Was wollt ihr in Zukunft machen, wenn ihr die Matura abgeschlossen habt?" lautete eine der Fragen, die die jungen Tiroler ihren Alterskollegen stellten und eine andere: "Wäre es für euch denkbar auch ohne Religion zu leben?" auch die Frage nach Heirat zwischen Christen und Muslimen stand im Raum, ist doch die ursprüngliche Mädchenschule nun eine gemischtgeschlechtliche Einrichtung mit ca. 1000 Jugendlichen Christen und Muslimen. Die Antworten waren "hochspannend", so die jungen Tiroler. Dass Christen und Muslime gute Freundschaft in der Schule pflegen sei selbstverständlich und wird durch Projekte in unterschiedlichen Bereichen gefördert, aber dass eine Christin einen Moslem heiratet oder umgekehrt sei absolut nicht vorstellbar im Leben der jungen Palästinenser, wie sie selber sagen. Nach der Matura wollen die meisten der Schüler das Land verlassen und in Deutschland weiterstudieren. Auf die Frage ob sie nach abgschlossenem Studium in ihre Heimat zurückkehren, oder ob sie in Europa bleiben wollen, klafften die Zukunftsvorstellungen der Schüler weit auseinander. Während einige Schüler gerne wieder im Dienste ihrer Heimat zuürckkehren, wirft ein Schüler ein:"warum soll ich zurück kommen, wenn ich hier sowieso keine Arbeit finde." Damit spricht der junge Palästinenser die hohe Arbeitslosigkeit an, die bei über 40 Prozent liegt.

 

 

Auch die Frage nach dem Leben mit der Mauer, die die Palästinenser von Jerusalem trennt, beschäftigte die Jugendlichen aus Tirol. Ein junger Palästinenser schilderte, dass er jetzt 1/2 Stunde brauche um zur Schule zu kommen. Wenn die Mauer in den kommenden Jahren weitergebaut wird, so wird er mindestens zwei Stunden täglich brauchen um seine Schule zu erreichen. Was die jungen Tiroler nach dem Gespräch sehr beschäftigte, ist, dass es für junge Palästienser unvorstellbar wäre ohne Religion zu leben. Auch der Stellenwert der Familie gibt zu denken. Entscheidet doch in Palästina die Familie wann ein Jugendlicher ausgeht und wann noch nicht. Und was das Ausgehen betrifft geben die besuchten Schüler zu denken: "es gibt in ganz Betlehem keine Disco und kein Kino". Was bei einer Einwohnerzahl von ca. 150 000 nicht nur Jugendliche zum Nachdenken anregt. "Das historische und kulturelle Selbstbewusstsein der jungen Palästinenser hat mich bei unserer Begegnung sehr bewegt," meint Bischof Manfred Scheuer. Die kommenden Reisetage werden die Tiroler Schüler ihren palästinensischen Schulkollegen die Daumen drücken. Sie haben gestern mit der schriftlichen Matura gestartet. Die Deutsche Zentralmatura wohlgemerkt.

Zum Blog von Christina Manzl über die Israelreise

 

 

 

Bischof Manfred Scheuer im Gespräch mit dem Direktor der Talitha Kumi Schule, Rolf Lindemann.

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