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Kunstprojekt vor der Stiftskirche Wilten: Von jenen, die sich verweigerten

Ein Kunstprojekt auf dem Vorplatz der Stiftskirche in Innsbruck-Wilten erinnert an 13 Frauen und Männer, die sich dem NS-Regime widersetzt haben und dafür verfolgt oder gar ermordet wurden. Die Installation des Künstlers Rudolf Kurz aus Deutschland zeigt 12 Tafeln mit den Porträts der Zeugen des Widerstands.

Am Freitag, 7. März wurde das Kunstprojekt in Anwesenheit des Künstlers mit Bischof Manfred Scheuer, Abt Raimund Schreier und dem Arbeitskreis Kunstraum Kirche eröffnet. "Auch wenn alle mitmachen, ich nicht", so der sprechende Titel der Installation. Auf 12 Tafeln zeigt sie 13 Portraits von Frauen und Männern, die sich der NS-Ideologie und seinem Regime widersetzt haben: Die Priester wie Bischof Reinhold Stecher, Jakob Gapp, Otto Neururer, Carl Lampert, die Ordensleute Franz Reinisch, Sr. Restituta Kafka, Br. Gereon Außerlechner, Rupert Mayer, die Studenten  Christoph Probst, Hans und Sophie Scholl, der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer, die Philosphin und spätere Ordensfrau Edith Stein.

"Sie wurden verfolgt, ermordet oder hingerichtet, weil sie nicht mit der Masse gelaufen sind, nicht im Chor der Mehrheit migeplärrt haben, weil sie Widerstand geleistet haben", sagte Bischof Manfred Scheuer in seiner Ansprache zur Eröffnung der Kunstausstellung. Diese Zeugen und Märtyrer hätten "ihr Gewissen und ihre Verantwortung  nicht infantil delegiert, nicht an die anderen, nicht an das Volk, nicht an den Führer".

Glaubenszeugen, so Scheuer, seien wie Wegbegleiter durch die Fastenzeit. "Sie haben das Taufbekenntnis der Osternacht existentiell buchstabiert: Ich glaube - ich widersage". Denn die Fähigkeit, Nein zu sagen sei der einzig gültige Hintergrund für das Ja, und beides gebe der wirklichen Freiheit erst ihr Profil. Die Kraft zur Entscheidung für das Reich Gottes zeige sich im Mut zum Nein gegenüber Götzen, zerstörenden Mächten, Ungerechtigkeit und Unterdrückung. Dieses Nein, so betont Scheuer, sei kein Anschwärzen oder Anklagen, es komme nicht aus der Lust nach Destruktion. Es lasse sich leiten vom Gebot der Feindesliebe.

Die Ansprache von Bischof Scheuer im Wortlaut

 

Zum Künstler Rudolf Kurz:

Rudolf Kurz wurde 1952 in Ellwangen (Baden-Württemberg) geboren und hat Bildhauerei in Stuttgart studiert. Er wurde bereits mehrfach für seine Werke ausgezeichnet und ist Mitglied in mehreren Künstlervereinigungen. Seit 1984 ist Kurz als freischaffender Künstler in seinem Atelier in Ellwangen tätig. Werke von ihm sind auch in zahlreichen Kirchen zu sehen.

Die Ausstellung am Vorplatz der Stiftskirche in Wilten ist bis 30. Juni zu sehen. Weiters werden in den Räumen neben der Pforte des Stiftes Wilten Skulpturen, Bronzeplastiken und Bilder des Künstlers gezeigt. Sie sind von Montag bis Freitag 8-12 und 14-18 Uhr sowie am Samstag von 8-12 Uhr zugänglich.

 

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