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Ich lade Sie ein, den Weg mitzugehen

Mit Beginn des neuen Kirchenjahres erfolgt der Start für das 50-Jahr-Jubiläum der Diözese Innsbruck.

Bischof Manfred Scheuer

Bis zum 8. Dezember 2014 will die Diözese verstärkt die Vielfalt kirchlichen Lebens in unseren Pfarren und Gemeinschaften darstellen und zu einem neuen Aufbruch ermuntern. Die Planungsgruppe hat für das Diözesanjubiläum das Motto „Aufbrechen“ gewählt.

Abraham wurde berufen, seine Heimat zu verlassen und in das Gelobte Land zu gehen. Das Volk Israel machte sich auf den Weg, um von Gott aus der Knechtschaft Ägyptens herausgeführt zu werden, Maria eilte zu Elisabeth mit der guten Nachricht, die drei Weisen folgten dem Stern und fanden das Kind in der Krippe. Die Apostel folgten ihrer Berufung durch Jesus. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung brachen sie auf, um das Evangelium zu verkündigen.

Menschliches Leben ist durch viele unterschiedliche innere und äußere Aufbrüche geprägt. Auch wir brechen auf, jeden Tag und jede Stunde in neue Erfahrungen und neues Erleben – im beruflichen Alltag, in Schule und Ausbildung, inder Familie und in der Kirche. Auch in unserer Ortskirche und in Pfarren und Gemeinschaften wollen wir im Glauben aufbrechen.

Ein herzliches Vergelt’s Gott allen, die sich schon in den Vorbereitungen eingebracht haben und allen, die durch ihre Beiträge das Jahr gelingen lassen. Danke allen, die das Leben in den Grundvollzügen Glaube, Hoffnung und Liebe in unserer Diözese und unseren Pfarrgemeinden tragen und gestalten. Wie die drei Weisen Christus suchten und fanden, wollen wir aufbrechen, um Christus und den Glauben in uns zu finden und als bekennende und frohe Menschen Licht in der Welt und für die Welt zu sein.

Ich lade Sie ein, den Weg mitzugehen! Lassen wir uns ein auf Gott und vertrauen ihm. Mögen die verschiedenen Angebote zu „Orten“ des Innehaltens, der Besinnung, der Freude, der Begegnung, des Feierns und der Kraft werden, wo wir Gott begegnen können und uns geborgen wissen in seiner Liebe!

+ Manfred Scheuer, Bischof von Innsbruck

 

Bischof Manfred Scheuer

Das Hirtenwort zum Diözesanjubiläum (verlesen am Christkönigsonntag 2013) 

Am 6. August 1964 wurde Innsbruck zur selbstständigen Diözese erhoben. Bischof Paulus Rusch trat am 8. Dezember 1964 sein Amt als erster Bischof der neuen Diözese an. 

Deshalb begehen wir vom 1. Dezember 2013 bis zum 8. Dezember 2014 unser 50-jähriges Jubiläum. Zunächst dürfen wir uns in Erinnerung rufen, dass uns eine lange gemeinsame Geschichte mit der Diözese Brixen verbindet. Fünfzig Jahre laden zum Rückblick ein, welche Wege die Kirche in unserem Land gegangen ist. Ein ehrlicher Blick auf die Vergangenheit und die Dankbarkeit für Gottes Segen sollen uns in diesem Jahr begleiten. Wir wollen in diesem Gedenkjahr von der Vergangenheit lernen, um mutig in der Gegenwart zu leben und den Blick mit Hoffnung auf die Zukunft zu richten.

Dank für Vergangenes

Unser Glauben lebt im Spannungsfeld zwischen Herkunft und Zukunft. Auf die Frage, wer er ist, antwortet Gott Moses: „Ich bin der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“ (Ex 3, 15) Ich bin ein Gott der Generationen! An Gott zu glauben beginnt nie im luftleeren Raum und fängt nie bei Null an. Wir sind hineingestellt in eine Geschichte – eine Segensgeschichte mit allem Leid, mit allem Versagen, mit allen Krisen und Nächten und auch mit der Zusage des Lebens und des Heils. Schon im Alten Testament ist es klar: der Glaube an Gott geht weiter von Generation zu Generation! Zum Glauben gehören gemeinsame Wurzeln, gehört die lebendige Gemeinschaft in der Gegenwart und die Weitergabe an kommende Generationen. Im Glauben nehmen wir teil an der Vorliebe Gottes für Mensch und Welt. Glauben ist Hören und Annehmen des endgültigen JA Gottes zu uns Menschen. Wir dürfen die 50 Jahre Diözese Innsbruck auch als eine Liebesgeschichte Gottes mit uns entschlüsseln.

Vertrauen in die Gegenwart

Was hat sich in den vergangenen 50 Jahren alles verändert! Man könnte diese Umbrüche und Veränderungen als Abfall und Bedrohung deuten. Ich möchte Veränderungen und Krisen als Herausforderung und Chance verstehen: Gott kommt uns in der heutigen Wirklichkeit entgegen. Dazu braucht es eine Kirche, die keine Angst hat, in die Nacht dieser Menschen hinein zu gehen. Es braucht eine Kirche, die fähig ist, ihnen auf ihren Wegen zu begegnen. Es braucht eine Kirche, die sich in ihr Gespräch einzuschalten vermag. Es braucht eine Kirche, die es versteht, mit jenen Jungen ins Gespräch zu kommen, die wie die Emmausjünger aus Jerusalem fortlaufen und ziellos allein mit ihrer Ernüchterung umherziehen, mit der Enttäuschung über ein Christentum, das mittlerweile als steriler, unfruchtbarer Boden angesehen wird, der unfähig ist, Sinn zu zeugen.

Wir begegnen Jesus Christus mitten im Alltag, wir begegnen Ihm, wenn wir tief eintauchen in die Heilige Schrift, in das Gebet und in die Feier der Liturgie. Ich bitte darum, dass wir der Feier der Liturgie und der Eucharistie innere Aufmerksamkeit und auch Zeit schenken. Unsere Diözese wird nur gesegnet sein, wenn es hier viele Menschen gibt, die miteinander und auch einzeln beten und so Gott eine lobende, dankende und bittende Antwort auf das Wort geben, das er durch Schöpfung und Erlösung immer neu zu uns spricht. Das Evangelium traut uns zu, dass wir Freunde und Anwälte des Lebens sind, dass wir Lebensräume schaffen, in denen in die Enge getriebene Menschen Ja zum Leben sagen können.

Gemeinsam „Aufbrechen“

Das Zweite Vatikanische Konzil spricht wiederholt vom „pilgernden Volk Gottes“. Die Bereitschaft zum Aufbruch und zur Erneuerung gehört zu einem lebendigen Glauben immer dazu. Es entspricht mit Abraham und mit dem Volk Israel der Urbewegung des Glaubens, nicht sesshaft zu sein, sondern aufzubrechen zu neuen Horizonten. Das gilt auch für die Kirche in unseren Tagen. Da gilt es, kritisch hinzuschauen: Entspricht unser Leben dem Evangelium (Stichwort: Evangeliumsverträglichkeitsprüfung)? Haben wir Augen für Menschen in Not? Wie können wir ein positives Klima für Kinder und Jugendliche schaffen, wie können wir Menschen, vor allem junge Menschen für das Evangelium begeistern? Papst Franziskus spricht von einer Kirche, die dem Geheimnis Gottes Raum gibt; eine Kirche, die dieses Geheimnis in sich selbst beherbergt, so dass es die Leute entzücken und sie anziehen kann.

Unser Diözesanpatron Petrus Canisius schreibt in seinem Testament: „Herr … deinem hochheiligen Namen, von dem und durch den alles Gute Bestand hat und geschieht, sei allein im Himmel und auf Erden vollkommene Ehre und Lob von nun an bis in Ewigkeit.“ Der Dienst an der Freude und an der Hoffnung ist gerade in einer krisengeschüttelten Kirche, in Erfahrungen der Nacht, der Erfolglosigkeit und der Vergeblichkeit gefragt. Petrus Canisius verbindet einen gesunden Realismus und Nüchternheit mit der Freude im Glauben und mit der Hoffnung. 

Ein großes Vergelt’s Gott allen, die das Leben in den Grundvollzügen Glaube, Hoffnung und Liebe in unserer Diözese, in unseren Pfarrgemeinden und Gemeinschaften tragen und gestalten. Möge unser Jubiläumsjahr 50 Jahre Diözese Innsbruck mithelfen, dass unsere Kirche den Menschen dient und Gottes frohe Botschaft lebendig hält. Gott segne und begleite uns alle in diesem Jahr! 

+ Manfred Scheuer, Bischof von Innsbruck

Das Hirtenwort von Bischof Manfred Scheuer zum Downloaden

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