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Historische Skizzen zur Diözese Innsbruck

Die Diözese Innsbruck hat mit 50 Jahren ein rundes Alter erreicht. Diese letzten 50 Jahre waren gesellschafts- und kirchenpolitisch sehr ereignisreich.

Erhebungsurkunde

Schon die Diözesangründung fiel in die Zeit des Zweiten Vatikanums. Unter dem Motto „Miteinander für alle“ sollten diese Ideen in einer Diözesansynode 1971/72 auf die Ortskirche umgesetzt werden. Die gesellschaftlichen Veränderungen führten dennoch immer wieder zu Spannungen mit und der Abkehr von der Amtskirche. Dennoch prägen gerade die Geschichte der Diözese Innsbruck ein innerkirchlicher wie interreligiöser Dialog und eine caritative Verantwortung gegenüber den Notleidenden in aller Welt, sodass immer wieder Akzente gesetzt werden konnten, sei es im Verbot des Kultes um das Anderle von Rinn, des Benennens der Schuld an der Vertreibung von Tiroler Protestanten oder zahlreichen von Tirol ausgehenden Hilfsprojekten.

Chronik der Diözese Innsbruck

Verglichen mit der Geschichte und kulturellen Bedeutung der Kirche in Tirol ist die Diözese Innsbruck dennoch sehr jung. Als Teile des ehemaligen Römischen Reiches waren die zentralen Siedlungsgebiete von Tirol bereits im 5./6. Jahrhundert christianisiert. Nach der Völkerwanderung bildeten sich ab der karolingischen Zeit die ersten Pfarren, die, teils von der Größe heutiger Dekanate, als seelsorgliche Zentren über das Land sich entwickelten. Gleichzeitig erfolgte im 8. Jahrhundert die diözesane Grenzziehung, wie sie mehr oder weniger unverändert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts Bestand haben sollte. Der Osten Nordtirols und der Großteil Osttirols gehörte zur 732 gegründeten Diözese Salzburg (ab 798 Erzdiözese), das mittlere und westliche Inntal zur Diözese Säben bzw. Brixen, das Außerfern zur Diözese Augsburg. Der Südtiroler Vinschgau samt Nauders war, ebenso wie das hintere Paznaun, dem Bischof von Chur unterstellt, das Burggrafenamt wie Bozen und das Bozener Unterland dem Bischof von Trient. Einige Pfarren gehörten zu Freising, einige in Osttirol südlich der Drau zu Aquileia. Nicht zu vergessen für die kirchliche Entwicklung im Lande sind die im Hochmittelalter gegründeten Stifte Wilten, Fiecht und Stams, später dann die Orden wie Franziskaner, Kapuziner, Jesuiten, die die katholische Neuerung durch Volksmission, Schulen und Universität im Lande nach den reformatorischen Strömungen in Tirol betrieben. Eine starke caritative Kraft lag immer in den verschiedensten Frauenorden.

Nach der politischen Teilung Tirols in Folge des Ersten Weltkriegs konnten die diözesanen Strukturen nicht mehr aufrecht erhalten werden. Tirol war seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts zwar nur noch auf die Diözesen Brixen, Salzburg und Trient aufgeteilt, doch lag nun der Großteil der Diözese Brixen, zu der auch Vorarlberg gehörte, auf österreichischem Gebiet, während der Bischofssitz samt Verwaltung, Priesterseminar und Bischöflichem Gymnasium in Italien lag, das mehr und mehr die Verbindungen in den Norden kappte. So wurde 1921 die Apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch in Abhängigkeit von Brixen, 1925 dann direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt, gegründet und die Leitung dem Brixener Weihbischof und Generalvikar von Feldkirch, Dr. Sigismund Waitz, übertragen. In der Folge musste eine eigene kirchliche Verwaltung in Innsbruck aufgebaut werden.

Schließlich wurde 1964 die Apostolische Administratur zur Diözese Innsbruck erhoben und Paulus Rusch zum ersten Bischof von Innsbruck bestellt, der dieses Amt bis 1980 innehaben sollte. Gleichzeitig wurde in Südtirol die Diözese Bozen-Brixen errichtet, die nun auch die ehemals Trienter Gebiete Südtirols umfasste. 1968 wurde das bis dahin zu Innsbruck gehörende Vorarlberg abgetrennt und zur Diözese Feldkirch erhoben. Die kirchlichen wie politischen Bemühungen, das zur Erzdiözese Salzburg gehörende Tiroler Unterland mit Innsbruck zu vereinigen, scheiterten allerdings. 

DDR. Paulus Rusch und Dr. Reinhold Stecher, Bischöfe der Diözese Innsbruck

Nach über 40 Jahren Amtszeit von Bischof Rusch wurde 1980 Dr. Reinhold Stecher zum neuen Bischof von Innsbruck geweiht. 1997 folgte diesem der Salesianerpater und Rektor der Theologischen Hochschule Benediktbeuren Dr. Alois Kothgasser nach. Bereits nach fünf Jahren wurde Kothgasser zum Erzbischof von Salzburg bestellt. Nach einem bischofslosen Jahr, in dem die Diözese vom damaligen Generalvikar Dr. Ernst Jäger geleitet wurde, konnte 2003 im Innsbrucker Dom der Dogmatikprofessor Dr. Manfred Scheuer zum vierten Bischof von Innsbruck geweiht werden. 

Dr. Martin Kapferer, Archiv der Diözese Innsbruck

DDR. Alois Kothgasser und Dr. Manfred Scheuer, Bischöfe der Diözese Innsbruck

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